ZIELSCHEIBENBILDER  (1958–1959)

In seiner frühen konstruktivistischen Entwicklungsphase experimentiert Christian Roeckenschuss mit signalhaften Gebilden der Farben (meist Lacke), die von der Pop-Art inspiriert sind. Diese Werke entfalten eine starke Raumwirkung. Christian Roeckenschuss‘ Anliegen ist es, „über das Gerüst von Geometrie und Systematik einen persönlichen Ausdruck zu finden, der sich besonders in der Farbe manifestiert“. Die Wirkung solcher Arbeiten ist darauf ausgerichtet, „das Unbewusste als auch die Imagination im Betrachter zu entfalten“. Roeckenschuss beginnt, in Bildreihen zu arbeiten und seine Bilder zu nummerieren.

 

Ab etwa 1958/59 setzt sich der Künstler intensiv mit Kreiskonstruktionen auseinander. Seine sogenannten „Zielscheibenbilder“ entstehen in Auseinandersetzung mit der damals hochaktuellen OP-Art, die in den 1960er Jahren zusammen mit der Pop-Art auch die Mode dominieren sollte. Ein Beispiel für derartige, mit dem Zirkel und durch das Abkleben von Zwischenräumen realisierten Studien, ist die im Sommer 1958 begonnene Bildserie 19a – 20b. Anhand derartiger Studien untersuchte Christian Roeckenschuss das Phänomen der Raumirritation und der Augentäuschung durch Farbe.

1/1