HARD EDGE UND COLORFIELD PAINTING  (1957–1959)

Schon die geometrischen Entwürfe von 1957-59 lassen erkennen, dass Roeckenschuss‘ Entwicklung auch in Richtung Hard-Edge-Malerei und Farbfeldmalerei (Colorfield Painting) verlaufen sollte. Erste Hard-Edge-Arbeiten entstehen auf Grundlage der Entwürfe von 1957 im gleichen Jahr auf Hartfaserplatten.


Im Gegensatz zum amerikanischen Hard Edge, dessen Coloristik bis zu drei Farben aufwies, setzte Christian Roeckenschuss bis zu neun Farbtöne – darunter zumeist die Grundfarben Rot, Grün und Blau – ein und kontrastierte diese Farben mit Schwarz. Seine Kompositionen sind charakterisiert durch eine flächige, mehr schablonenhafte Malform, die er durch Abkleben von Teilflächen erreicht. So entstehen harte Kanten mit abgesetzten Teilformen. Neben der Auseinandersetzung mit dem Hard Edge, sie endet bereits 1959, tritt – ebenfalls ab 1957 - die Farbfeldmalerei und zwar in den unterschiedlichsten Variationen in den Vordergrund. Beispielsweise mit dominantem, auf die Mittelachse des Bildes gesetztem Quadrat (zumeist in Gelb) und umlaufenden Grundfarben in den Vordergrund. In dieser Phase steht die Auseinandersetzung mit den Maltechniken und mit der Farbwirkung und -symbolik im Vordergrund. So liegt in den Colorfield Paintings die Betonung auf der lichtintensiven Farbe Gelb (als Symbol für Licht und Wärme).

 

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