FOLIENARBEITEN  (ab 1998)

In der Spätphase seines Lebens, setzt sich Christian Roeckenschuss mit industriell gefertigten Folien (Metallic-Folien) auseinander. 2002 schreibt der Künstler an seine Stuttgarter Galerie, das anstelle der „séquences chromatiques“ 1998 die Folienbilder getreten sind. Seitdem arbeite er viel mit Folien und großen Flächen.


In den grafischen Massenprodukten, eigentlich sind es Dekorationsartikel, findet er all das wieder, was schon seine Streifenbilder ausmachte, das streng geometrische Formenvokabular, das raumbildende Moment und die vibrierende Lichtstimmung. „Aus lichtreflektierenden Folien und Papieren fertigt Roeckenschuss Collagen, die er auf Karton geklebt und in denen – wie er selbst sagt – „das Wechselspiel von Licht, Raum und Fläche in die Dreidimensionalität überführt wird“.


In einem Brief an das Mies-van-der-Rohe-Haus schreibt Roeckenschuss 1999: „Aus dem Einfall des Lichtes und der Bewegung des Betrachters entstehen holografische Effekte und irisierende Farbklänge, die im Gegensatz zur Minimal Art eine Wiederbelebung des Übersinnlichen suchen“. In einem Brief an die Deutsche Bank (2004) verweist der Künstler auf die Bewegung als wichtigen Bestandteil der neuen Werkphase: „Es sind großflächige Arbeiten, gegebenenfalls mit Gold- und Silbereffekten, die sich durch Bewegung des Besuchers verändern!“ Mit dieser neuen und letzten Werkphase im Leben von Christian Roeckenschuss ist der künstlerische Versuch verbunden, das Thema des Spirituellen und Geistigen in seiner Kunst noch eine Nuance hinzu zu fügen.

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